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Am Start: CARÓ



Eines Tages stand es da, ein 4jähriges Mädchen, mit einer Gitarre in der Hand und dem Wunsch, irgendwann mal richtig Musik zu machen. Einige Jahre später stand sie erneut, diesmal auf einer Bühne, mit einem Mikro vor ihren Lippen und einem eigenen Album im Gepäck: Das "Charismatische, Authentische Rock-Organ", kurz CARÓ, die in der Zwischenzeit viele Künstler, Produzenten und natürlich auch Frauen kennen gelernt hatte. Doch spulen wir noch einmal zurück: Mit 9 Jahren schrieb CARÓ ihre ersten Songs und mit 16 entstanden zwei von drei auf ihrer Debüt Single befindlichen Songs. Der Erfolg schien demnach vorprogrammiert. Die Musikerin ging schon frühzeitig ihren Weg mit verschiedenen Bands und sang sich durch unterschiedlichste Stilrichtungen, entwickelte nach und nach ihre eigene Musik und fing in den folgenden Jahren mit Produktionen an, die sie unter anderem im Ausland erarbeitete. 1999 startete ihre erste internationale Tour und noch bevor sie sich versah stand die Melodiva neben Jimmy Sommerville, Echt oder Paul Young und spielte mehrfach vor einer Audience von bis zu 15 000 Menschen. Es folgten weitere Tourneen und Produktionen, ein Leben in New York und der gewissenhafte Drang, mit erspieltem Geld bedürftigen Menschen zu helfen: So sorgte eine ins Leben gerufene Spendenaktion dafür, dass ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf ihrer Single "It's time" in die Äthiopienhilfe fließt, zudem unterstützt CARÓ kontinuierlich die Aids-Hilfe ihrer Heimatstadt Stralsund. Doch nicht nur das. 2004 wurde CARÓ für ein großes Konzert mit der Kelly Family gebucht und ihre Performance beeindruckte das haarige Volk so sehr, dass Maite Kelly auf die Sängerin zukam und sie fragte, in ihrem Soloprojekt mitzuspielen. Es folgte eine sehr erfolgreiche Tour durch Deutschland, Österreich und Holland. CARÓ und Maite unterstützen seitdem ein Projekt für Togo/Afrika, dort wird derzeit von den erspielten Geldern eine Universität gebaut. Im Januar/Februar 2005 erschien dann das erste Album von CARÓ mit dem Namen ''Someday''. 13 selbst verfasste Songs im balladeskem bis rockigem, teils unplugged gespieltem Sound gibt die zupfende Norddeutsche, nun in Berlin sesshaft, zum Besten. Und auch weiterhin arbeitet CARÓ, die übrigens weder Alter noch Nachnamen verrät, an neuen Songs und ist in Konzerten zu erleben. Wow. Sollte ich sie vielleicht gleich zur Heldin des Jahres küren?



Du schreibst auf deiner Homepage.... "Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist". Von welchem Gefühl sprichst du?

Es gibt Gefühle, die man nicht sagen kann, sondern eben einfach fühlen muss. Man fühlt etwas, doch es ist kein Wort. Mein Lebensmotto lautet auch "Wer fühlt, lebt." Ich finde einfach Worte mit Musik unterlegt schöner und ausdrucksstärker, entsprechende Töne unterstützen das ganze nochmal. Um herauszufinden und spüren zu können, was das für Gefühle sind, von denen ich spreche, muss man die Musik hören.

Du gibst Konzerte, gehst auf Tour, nimmst im Tonstudio fleißig CDs auf, schreibst deine Songs selbst, spielst Gitarre und Klavier, stehst mit anderen bekannten Künstlern vor teilweise 15 000 Menschen und singst - was sind die positiven und negativen Auswirkungen dieses Erfolgs?

Bis jetzt habe ich zum Glück viel positives erlebt. Das Negative betrifft das Privatleben, von dem man nicht viel hat. Als Mensch der Öffentlichkeit begleiten dich Fans und das teilweise bis vor deine Haustüre. Und teilweise sind da auch unangenehme Fans mit bei. Ich habe das selbst noch nicht so schlimm erlebt, aber Künstlerkollegen bekommen teilweise Morddrohungen, weil manche Menschen, zum Beispiel, ihre Musik nicht mögen oder aus reiner Eifersucht oder Neid. In dem Fall bist du dann einfach auf Rechtsanwälte und Bodyguards angewiesen. Bei mir geht's irgendwie. Teilweise gibt es auch Paparazzi, die mit dem Hubschrauber das Haus überfliegen. Der Nachteil ist, dass sich die Presse eher für deine Unterhosen als für deine Musik interessiert. Doch es gibt auch nette Fans, erwachsene Fans vom Kopf her. Viele Sachen bekommt man auch erst im Nachhinein raus, man entwickelt dadurch einfach ein dickes Fell.

Auf deiner Homepage findet man alles, was das Herz begehrt, nur nicht das, was dein Herz begehrt - ist dies denn so geheimnisvoll?

Mmh, was mein Herz begehrt...die Frage musst du genauer stellen.

Na, was dein Herz glücklich macht.

Vielleicht noch schönere Songs zu schreiben, diese mit Menschen in Konzerten teilen zu können, weitere Alben rauszubringen, dass ich noch viele Jahre Musik machen kann, dass ist das Wichtigste, und irgendwann bisschen mehr Privatleben.

Ich habe gelesen du standest mit der Kelly Family auf der Bühne und von den erspielten Geldern unterstützt ihr ein Projekt in Afrika und auch für die Äthiopienhilfe von Karlheinz Böhm hast du einen Erlös aus dem Verkauf einer CD gespendet. Macht dich das eigentlich stolz, anderen Menschen in diesem Ausmaß durch deine bzw. eure Musik helfen zu können?

Natürlich, auf jeden Fall. Ich hab da selbst in mir eine soziale Ader, der ich nachgehen möchte. Meine ersten Songs waren politisch. Ich möchte Menschen mit meinen Songs berühren, sie aufwecken, für mehr Menschlichkeit, den Leuten aufzeigen wie sie leben. Darüber habe ich früher mehr geschrieben. Ich bin überzeugt, dass man mit Musik Leute berühren kann, weil Musik ein wichtiger Teil unseres Lebens ist. Ich will aufrufen, Menschen zu helfen, Menschen zum Nachdenken bewegen. Allein ist es schwierig. Man erreicht nur ein kleines Stück. Mit vielen Menschen kann man mehr erreichen. Viele meckern auch über alltägliche Dinge des Lebens. Doch es gibt Menschen, denen es um einiges schlechter geht als uns. In New York, zum Beispiel, habe ich viele Obdachlose gesehen. Seitdem möchte ich Projekte auf die Beine stellen, die in meiner Kraft liegen, notleidenden Menschen zu helfen.

Welche Künstlerin ist dein Vorbild und warum?

Momentan Delta Goodrem, weil sie eine sehr faszinierende Sängerin ist, wie ich finde. Sie ist erst 18 oder 19, stammt aus Australien und hat eine der wenigen Stimmen, die mich beeindrucken und dazu noch eine sehr positive Ausstrahlung. Als zweites noch Sarah McLachlen. Sie singt und schreibt sehr melancholische Songs, aber die Stimme haut so richtig rein. Was sie stimmlich in Songs umsetzt fasziniert mich sehr.

Aus welchem Gefühl heraus entstehen die meisten deiner Songs?

Bei Songwritern sagt man ja "Je schlechter die Stimmung desto bessere Songs kommen dabei raus". Mir geht es nun nicht dauernd schlecht, aber hin und wieder trifft es auch mal zu, dass mich etwas stört und daraus ein neuer Song entsteht, der besonders schön ist. Auslöser sind Situationen, die soweit ausgereizt sind, dass es Zeit ist für einen Song. Wie zum Beispiel, dass ich selbst etwas erlebt habe und andere erleben es genauso. Oder es berührt mich eine Geschichte von jemandem aus seinem Leben. "Nimm mich mit" hab ich geschrieben, weil ich Mensch und Natur verglichen habe. Wir sind der Natur sehr nahe. Ich beobachte meine Umwelt sehr intensiv, und beschäftige mich gerade stärker mit dem Wesen Mensch, zum Beispiel, wie sich Gefühle heutzutage schnelllebig verändern. Außerdem sind alte Sprichwörter von Oma heute immer noch wahr. Wenn man jemand ein schönes Gefühl jemandem mitteilen möchte, sollte sie oder er nicht lange zögern, sondern es einfach sagen. "Man müsste mal..." ist zum Beispiel auch so eine oft genutzte Redewendung. Es wird nie passieren. Und "manchmal weiß man erst im Nachhinein, was man hatte"... daraus entstehen oft Songs.

Was ist dein größter Wunsch?

Auf Lebenszeit friedlich leben zu können, ohne Kriege. Gesund zu bleiben ist das wichtigste.

Als du dein erstes eigenes Album in den Händen gehalten hast, hast du gedacht ....

Endlich ist es soweit! Wurd´ ja mal Zeit! Und ich bin sehr stolz auf die Arbeit, die ich gemacht hab, und ich hab mich für die Fans gefreut, dass sie nun ein Album in den Händen halten können.

Und bist du noch zu haben?

Das bleibt mein Geheimnis... :-)



CARÓs Cds könnt ihr im Handel erwerben oder bestellen und über www.caro-music.de erfahrt ihr Konzerttermine, findet Songtexte und -ausschnitte, wechselnde Fotos und mehr über sie, ihr Leben und ihre Musik.





Zuletzt aktualisiert am 07.10.2005