Im Portrait
Am Start: Die fantastischen Vier
Es war einmal, vor zwei bzw. drei Jahrzehnten, das vier lesbische Grazien geboren wurden,
die eines Tages dichtend, belichtet, bunt und versteinert in Nürnberg bzw. Erlangen ihrer individuellen Kunst Ausdruck verleihen.
Zum einen gibt es da Mirjam S., 21, die neben ihrem Medizinstudium die Ölpinsel schwingt und aus verzerrten, prächtigen Farbfetzen
bei näherem Betrachten interessante Gesichter entstehen lässt. Oder Magdalena Wiegner, 23, die zum einen farblose Grabsteine mit
altdeutschen Schriftzügen aufpeppt, doch auch mit Säulen, Schalen oder kleinen geilen Handschmeichlern nicht überfordert ist.
Silke Nagorsen, 30, und Nicole Kohout, 32, sind hingegen ein wenig provokanter und präsentieren sich im "Eva-Gewand" vor teils märchenhaften Kulissen,
woraus weder Abziehbildchen noch Erotikphantasien entstehen, sondern Kunst mal von einer ganz anderen, innovativen Form gezeigt wird.
Last but not least verzaubert Anett Seifert, 31, Sprücheklopferin und Dichterin philosophischer Wörterketten mit ihren Collagen aber
auch Veröffentlichungen die Menschheit, welche aus dem Staunen nicht mehr heraus kam, als die entARTeten Damen ihre Werke im Mai
in den Räumen der roten Bar zum Besten gaben.

Miri, was inspiriert dich?
„Mich inspirieren hauptsächlich meine eigenen Emotionen“
Deine Bilder laden zum versinken ein, da sich nach und
nach erst die verschiedensten Personen in ihnen spiegeln – Warum das
Versteckspiel?
„Ich thematisiere Emotionen, die zu facettenreich sind, um sie auf einen Blick erfassen zu können. Die Bilder sollen keine Momentaufnahmen sein.
Ich versuche Prozesse und Bewegungen darzustellen, die man länger beobachten muss, um die komplette Handlung zu erfassen.“
Wo hast du denn überall schon ausgestellt?
„Momentan bin ich an einer Ausstellung in Erlangen beteiligt,
im anatomischen Institut. Und Schulbücher hab ich auch schon illustriert.“
Und bist du noch zu haben?
„Nein“

Magda, warum schlägst du gerne Steine?
„Ich schlage vielerlei Dinge, auch Räder. Ich kann die
Dinger einfach nicht leiden. Schmarrn, das ist mein Beruf.“
Und was ist dein Beruf genau?
„Ich mache eine Ausbildung zur Steinbildhauerin.“
Du machst Yoga, unterrichtest Breakdance, zeichnest Comics – was hast du denn noch alles so drauf?
„Gelegentlich Make-Up“
Und bist du noch zu haben?
„Nö, weil ich bald auf die Walz geh“
Kontakt unter Neuzeitheldinnen@aol.com

Anett, warum spielst du gerne mit Worten?
„Weil ich sonst auf dumme Gedanken komme“
Du hast schon 3 Gedichte in einem Buch veröffentlicht,
was war das für ein Gefühl?
„Himmelhochjauchzend vom Buch erschlagen“
Wo soll das noch hinführen?
„Vielleicht zu einem eigenen Buch oder ins absolute Chaos
der Wörter“
Und bist du noch zu haben?
„Ja Nein Vielleicht“
Kontakt unter AnnaSue@web.de

Nicole, wie bist du auf die Idee gekommen, nackt vor der
Kamera zu posieren?
„Es war die Idee eines Freundes, der Fotos in diesem Stil
mit mehreren Leuten machen wollte. Da uns das erste Event so Spaß gemacht hat,
sind wir dabei geblieben. Und es ist auch kein Zwang, sich auszuziehen.“
Wie war die Resonanz?
„Unterschiedlich, meist positiv, manche waren enttäuscht, da
sie erotische Fotos erwartet hatten.“
Und was gab´s dann wirklich zu sehen?
„Es sind zwar Aktfotos, doch keine erotischen. Das Bild
wirkt nicht durch die Nacktheit, sondern durch die Inszenierung.“
Und bist du noch zu haben?
Ja.
Kontakt über www.Endkunst.de

Belichtete Auszüge der Kunstwerke der Damen findet ihr unter
http://www.neuzeitheldinnen.de/galerie15/index.htm
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