Im Portrait
Am Start: Karen-Susan Fessel
Welche Lesbe hat noch nichts von den ausschweifenden
Liebespraktiken der frauenliebenden Erfolgsautorin Karen-Susan Fessel gehört,
gelesen oder sie sogar praktiziert? Nach 17 Büchern, die von Kinder- und
Jugendliteratur bis hin zu hocherotischsten Akten erschienen sind, gelingt es
der schreibenden Kolumnistin immer noch, ihre Milieustudien unters Volk zu
mischen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das gebildete, lesbische Weib zumindest
einen fesselnden Schinken im Regal stehen hat, ist groß – „Bilder von ihr“, „Heuchelmund“
oder auch „Bis ich sie finde“ sind nur einige bekannte Schriftstücke der Autorin,
die das sapphische Herz höher schlagen lässt. Auch eine kleine
Masturbationsbibel für die selbständige Frau von Heute hat die 41jährige
Berlinerin schon auf den Markt gebracht, in der sie hilfreiche und humorvolle
Einblicke in die Theorie und Praxis weiblicher Selbstbefriedigung bietet: Mit
Tipps für die Anfängerin (bequemer Stuhl, kurze Fingernägel), Hilfestellung für
die Geübte (Gerätepark, Obst und Gemüse) und sogar ausgefallene Praktiken für
die Expertin (Waschmaschine mit Schleudergang, Duschkopf mit freiregulierbarem
Wasserstrahl). Und wenn die freie Schriftstellerin nicht gerade mit Schreiben beschäftigt
ist, liest sie schon gern mal an vielerlei Orten (vom Klassenzimmer bis zum Frauenzimmer
in ganz Deutschland), bietet Schreibseminare oder auch erotisches Texten für
Lesben an, verkauft ihre Fassungen übersetzt als Schullektüre in Taiwan und
beginnt gerade damit, ihre Bücher auch noch zu verfilmen. Wenn das nicht mal ne
waschechte Heldin ist, die ich mir, wenn auch leider etwas wortkarg, nach der
kürzlichen Vorstellung ihres neuen Buches „Unter meinen Händen“ in Nürnberg
schnappte.
Hast du als Kind schon davon geträumt, Bücher zu schreiben?
Ja, schon mit 5 Jahren hegte ich diesen Wunsch. Ich habe mir
damals bereits vorgestellt, das es bestimmt ganz toll ist, sich laufend
Geschichten auszudenken.
Und wie war das Gefühl, als du dein erstes Buch in der
Hand gehalten hast?
Sehr aufregend. Ich weiß noch, es hat so gut gerochen, nach
frischem Papier.
Verlierst du bei 17 Büchern manchmal den Überblick? Hast du Favoriten?
Nein, zum Glück nicht. Favoriten habe ich nicht direkt. „Bilder
von ihr“ und „Bis ich sie finde“ vielleicht. Ich mag meine Romane lieber als
meine Kurzgeschichten. Da hat man mehr von.
Und findest du deine Bücher im Nachhinein auch mal
schlecht? Oder revidierst du beim Schreiben manchmal schon Geschriebenes, weil
du plötzlich eine neue Idee für die Fortsetzung hast?
Nein. Das passiert mir eigentlich nie.
Wie lange brauchst du für ein Buch?
Unterschiedlich. Im Schnitt 5 Monate für ein Jugendbuch und
ungefähr 1 ½ Jahre für einen Roman.
Was machen sozusagen die „Bilder von dir“ – hast du einen
bestimmten Lebenstraum?
Ja, ein Häuschen auf dem Lande wäre nicht schlecht.
Allein? Oder mit ein paar Frauen?
Ach ich könnte mir gut vorstellen, mit meiner Familie dort
zu wohnen. So eine Art Ferienhaus.
Bekommst du viel weibliche Fanpost oder auch Liebesbriefe?
Ja, reichlich.
Was steht denn da so drin?
Das fällt unter das Briefgeheimnis.
Und bist du noch zu haben?
Nein. Normalerweise antworte ich gar nicht auf diese Frage.
Aber um der vorletzten Frage vorzubeugen sag ich mal Nein.
Falls ihr mehr über Karen-Susan Fessels Bücher, Termine,
Veranstaltungen oder ihr Leben erfahren wollt, beziehungsweise es doch noch
wagen möchtet, ihr zu schreiben, klickt auf www.Karen-Susan-Fessel.de
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