Im Portrait
Am Start: Miss Thunderpussy - Tatjana Ufheil

Es war einmal, vor gar nicht allzu vielen Plattentellern, da konnte man ein mystisch-mutiertes Katzenalien beobachten,
wie es still und heimlich gar unheimlichen Sound durch die Boxen schallen ließ. Die Rede ist von Tatjana Ufheil oder besser
bekannt unter ihrem Künstlernamen "Miss Thunderpussy", die sich vor vielen Jahren bereits einen Namen in der hiesigen DJ-Szene
rund um den Erdball machte. Dabei kamen mit der Zeit auch vier Compilations auf den Markt (zwei weitere befinden sich in Arbeit),
was nichts anderes bedeutet als dass die Dame, die ihr Alter nicht verrät, ihre eigenen zusammengestellten Houselieder bereits fertig
abgemixt auf Kauf-CD´s präsentiert. Dabei fing alles ganz harmlos an, als die gebürtige Mannheimerin anno dazumal ihre ersten Songs
noch im Radio auf Kassette aufnahm und später ihr Geld in Schallplatten investierte, um immer die neuesten Sachen zur Hand zu haben.
Doch nicht erst seit dem Startschuss für die Partyreihe "Rosa Hirsch" zeigt die Gewitterlady ihren produktiven Donner, bereits seit 1988
gibt die Musikfetischistin ihre Sammlung feinster Vinylschnitten zum Besten. Und für die eingefleischten Madonna-Fans, die auf der ein
oder anderen CD schon mal den "Thunderpuss Club Mix" entdeckten, an dieser Stelle mag erwähnt werden dass die Jungs aus den USA, die
dahinter stecken, ihren Namen merkwürdigerweise erst dann fanden,
als Miss Thunderpussy´s Sound Los Angeles eroberte...in diesem Sinne: Die Erde ist eine Scheibe. Zumindest für Tatjana.

Tatjana, warum bist du eine Donnermuschi?
Weil ich halte was ich verspreche.
Dein Motto lautet: "Music is a drug" - inwiefern bist du denn süchtig nach Musik?
Nun ich hatte persönlich noch nie was mit Drogen zu tun, die Musik hat mir immer gereicht. Neulich in Frankfurt zum Beispiel beamte das Publikum fast weg, die Leute gingen ab auf meine Musik, sie schrieen auf bestimmte Übergänge und das bringt die Endorphine dermaßen zum überkochen... ich glaube ich war 5 Tage auf dem Hipe. Das hab ich schon oft gehabt, deshalb brauch ich nix anderes und kann sagen "Music is a drug".
Mischt du schon mal selber die kuriosesten Töne zusammen oder mixt du eher Club-Sounds ineinander?
Nun ich kaufe mir auch schon mal Chill Out CDs wie "Cafe del Mar", die ich im Auto oder zuhause gern höre, und mixe dann aus allen das beste raus. Natürlich entsteht schon mal aus dem Übereinanderlegen verschiedener Houselieder ein neuer Beat, der mich dann als Grundbeat für neue Songs inspiriert. Melodien kommen mir weniger in den Sinn, dann eher Rhythmen oder Beats. Dann geh ich ins Studio und jemand bedient da die Knöpfchen...
Du hast bereits in den angesagtesten Szeneclubs Deutschlands aufgelegt, sowie in unseren Nachbarländern und in Kanada bzw. den USA. Was sind die gröbsten Unterschiede bezüglich Publikum und den Locations?
Das Publikum in Deutschland ist unheimlich unbeweglich, die Leute haben Ängste aus sich rauszugehen und brauchen ungefähr fünf bis sechs Gläser Sekt, um sich mit dem Nachbarn zu unterhalten oder zu tanzen. Ja, da sind die Deutschen Weltmeister drin. In den USA ist das komplett anders. Ein Club füllt sich von innen, das heißt die Leute rennen rein auf die Tanzfläche und fangen an. Sie rennen wirklich rein, das hab ich noch nie erlebt, auf die Mitte der Tanzfläche und es geht gleich zur Sache. Es ist auch sehr qualitätsabhängig, im Ausland wirst du generell als DJ freundlicher empfangen als hier. In Deutschland bekommst du zum Publikum nur durch die Musik Kontakt. In Kanada oder Spanien sitzt du noch an der Bar und legst noch nicht auf, kommen schon Leute auf dich zu und sagen zum Beispiel "Hey du bist doch DJ hier, was machst du für Sound, woher kommst du" und so weiter. In Kanada standen die Leute sogar mit Schildern da, auf denen mein Name drauf stand. Ich kam mir vor wie ein Superstar.

Was hast du im Moment für große oder kleine Pläne?
Seit ein paar Tagen habe ich ein eigenes Label mit dem wunderschönen Namen "23-Frankfurt" (weil Frankfurt meine "Wahl-Heimat" ist); ich arbeite mit 3 Jungs zusammen (lustigerweise sind Männer meistens klarer und einfacher im Umgang für den geschäftlichen Bereich) und ich bin sozusagen die "Front-Frau".
Hast du schon viele Telefonnummern auf deinen Plattentellern vorgefunden?
Gar nicht. Auf meinen Plattentellern liegen meistens Pillen oder anderer Drogenkram. Das hab ich dann freundlich an Bedürftige verteilt.
Wie fühlt man sich als begehrte Djane?
Supergut, wobei ich denke einen realistischen Weg zu gehen. Klar ist es schön wenn meine Musik gut ankommt und inzwischen kann ich Schleimer von denen, die es ernst meinen, unterscheiden. Ich werde von diesem Job nicht loskommen, denn ich brauche ihn, um was zu spüren. Ich bin eher eine Einzelgängerin, habe wenige Freunde und andere Leute kann ich berühren wenn ich was rüberbringe. Und das ist eben die Musik.
Und bist du noch zu haben?
Im Moment bin ich zwar nicht gebunden, aber mein Herz ist vergeben.
Gratis-Sound (unbedingt auf Zimmerlautstärke genießen), Produktionen, Remixes, CD-Compilations sowie eine Club-Vita und Kontakt findet ihr unter www.miss-thunderpussy.com

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